Meinrad Hurst, Vorsitzender der Winzergenossenschaft Rammersweier eG, Doris Grolimund (Domaine Blattner, Soyhières), der Schweizer Privatzüchter und PiWi-Pionier Valentin Blattner und „Zukunft ins Glas!”-Veranstalter Torsten Sälinger stoßen mit der Blattner-Kreuzung ‚Cabernet Blanc‘ an. (Foto: Kirsten Henneke-Lange)

2. Große Weinverkostung „Zukunft ins Glas!“ 2024 in Offenburg-Rammersweier

am Sonntag, 7. April 2024

von 14 – 18 Uhr in der Kelterhalle

Winzergenossenschaft Rammersweier eG,

Weinstraße 87, 77654 Offenburg-Rammersweier

Neue Rebsorten — Neue Weine

Neue Rebsorten bringen neue Weine. Es lohnt sich, sie kennenzulernen.

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Neue Rebsorten — Neue Weine

Rückblick

April / Mai 2024

Prominenter Besuch: Der parlamentarische Staatssekretär Volker Schebesta, aus der Schweiz die Rebzüchter Doris Gorlimund und Valentin Blattner  von der Domaine Blattner in Soyhières und „Zukunft ins Glas!”-Veranstalter Torsten Sälinger.

Gespanntes Zuhören beim Vortrag von Dr. Oliver Trapp, stv. Leiter der Rebzüchung am Julius-Kühn-Institut Geilweierhof in Siebelbingen (Pfalz), über die aktelle PiWi-Züchtung.

„Zukunft ins Glas!” am 7. April in der Kelterhalle der Rammersweierer Winzergenossenschaft eG.

Neue Rebsorten brachten in Offenburg die „Zukunft ins Glas!“

15 Weingüter von Baden-Baden bis Gengenbach präsentierten 46 verschiedene Zukunfts-Weine in Offenburg — Weinforscher des bundeseigenen Institutes für Rebzüchtung in Siebeldingen (Pfalz) schenkten Weine aus neuesten Rebsorten aus — Prominenter Besuch: Der Schweizer Privatzüchter Valentin Blattner

Am Sonntag, dem 7. April, fand die zweite große Weinverkostung „Zukunft ins Glas!“ mit Ortenauer Weinen aus neuen, pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PiWi) statt. Der Ortenberger Torsten Sälinger hatte letztes Jahr das neue, betriebsübergreifende Wein-Event in Offenburg ins Leben gerufen, damit Winzer ihre Zukunfts-Weine einer breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Dieses Jahr konnten über 46 verschiedene PiWi-Weine probiert werden.

Die weininteressierten Besucher konnten direkt an den Probierständen mit Winzern und Kellermeistern ins Gespräch über die neuen Rebsorten und die Weine daraus kommen. Oft konnten Fassproben verkostet werden, also Weine, die noch nicht auf Flaschen abgefüllt worden waren. Auf besonderes Interesse stießen die Weine, die der stellvertretende Leiter des Julius Kühn-Institutes für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Dr. Oliver Trapp, aus dem institutseigenen Weinkeller in Siebeldingen mitgebracht hatte. Mit den Weinen aus der bundeseigenen Forschungseinrichtung, kam noch mehr „Zukunft ins Glas!“. Neben den Neuzüchtungen ‚Calardis blanc‘, ‚Calardis Musqué‘ und ‚Calandro‘ waren mit ‚Gf. 2010-011-0048‘, ‚Gf. 2004-043-0010‘ und ‚Gf. 2011-003-0021‘ auch drei mehrfach resistente Nummernsorten zu verkosten, die noch keine Namen bekommen haben.

Eine große Überraschung war der Besuch des Schweizer Privatzüchters und Winzers Valentin Blattner. „Es war eine sehr große Ehre, dass Valentin Blatter zu `Zukunft ins Glas!´ nach Offenburg kam“, freut sich Sälinger. Blattner hatte vor über 30 Jahren im Kanton Jura begonnen Reben anzubauen und widerstandsfähige Rebsorten zu kreuzen. 1991 kreuzte er mit ‚Cabernet Blanc‘, die heute in Deutschland erfolgreichste weisse PiWi-Rebsorte, die auf fast 600 Hektar angebaut wird. Auch die aufstrebenden Rotweinsorten ‚Pinotin‘, ‚Cabertin‘ und ‚Satin Noir‘ und die Tafeltraube ‚Birstaler Muskat‘ sind von ihm. Ein Viertel der PiWi-Rebsorten in den deutschen PiWI-TOP20 sind Blattner-Sorten.

Am Vortag war an der Messstation des Wetterdienstes in Ohlsbach mit 30,1° Celsius der früheste Hitzetag des Jahres seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. Biergartenwetter und Weinverkostung — zwei Ereignisse, die keine Berührungspunkte zu haben scheinen. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen Klimaerwärmung und PiWI-Rebsorten, erläuterte Sälinger in seiner Begrüssung: „Vor über 100 Jahren wurde mit der Züchtung von widerstandsfähigen Rebsorten begonnen, weil die europäischen Rebsorten gegen die im 19. Jahrhundert aus den USA eingeschleppten Mehltau-Pilze keine natürlichen Resistenzen haben und auf Pflanzenschutz angewiesen sind. Weil die neuen PiWi-Rebsorten bis zu 80 Prozent weniger Pflanzenschutz benötigen, kann dabei auch 80 Prozent Maschineneinsatz mit den entsprechenden CO2-Emissionen eingespart werden. So kann der Weinbau mit PiWi-Rebsorten dazu beitragen, unsere Klimaziele zu erreichen.“

Nicht nur bei der CO2-Bilanz wirken sich die PiWI-Sorten positiv aus. In Steillagen, wo keine maschinelle Bewirtschaftung möglich ist und hohe Arbeitskosten anfallen, machen die neuen Rebsorten die Bewirtschaftung ökonomisch auch in Zukunft möglich. So können, beispielsweise an der Mosel, oder in Durbach die für das Landschaftsbild prägenden und für den Tourismus wichtigen Steillagen erhalten werden, da weniger Arbeitseinsätze nötig werden. War bei der Premiere von „Zukunft ins Glas“ vor einem Jahr aus Durbach nur das ökologische Weingut Glanzmann mit PiWi-Weinen dabei, so konnten am vergangenen Sonntag mit ‚Souvignier Gris‘ die ersten PiWi-Weine der Durbacher Winzer und des Schwarzwaldweingutes Andreas Männle probiert werden.

Insgesamt war die Zahl der teilnehmenden Betriebe um 25 Prozent auf 15 gestiegen. Dabei waren Weinbaubetriebe aus dem gesamten badischen Weinbaubereich Ortenau, der nicht deckungsgleich mit dem Ortenaukreis ist, von Baden-Baden bis nach Gengenbach, in die Kelterhalle der Winzergenossenschaft Rammersweier gekommen. Aus Baden-Baden waren neben dem Baden-Badener Weinhaus am Mauerberg mit „Cabernet Carbon aus dem Barrique“ und „Regent“, der Winzer Volker Maier vom Bio-Weingut Maier mit einer breiten Auswahl an PiWi-Weinen (u.a. ‚Johanniter‘ und „Prior rosé“) und Anette Bähr, Kellermeisterin vom Weingut Nägelsförst mit ihren ersten ‚Souvignier Gris‘ vor Ort. Auch die Affentaler Winzer, S’Wilde Weingut aus Sasbachwalden und der Ortenauer Weinkeller hatten die neue Sorte dabei, ebenso wie die Waldulmer Winzergenossenschaft, bei der sie den programmatischen Namen „Zeitenwandel“ trägt. Viele Besucher nutzten dies, um den aufstrebenden ‚Souvignier Gris‘ aus verschiedenen Jahrgängen, von mehreren Weingütern, aus dem Stahltank, aus dem Tonneau und unfiltriert aus Faßproben, u.a. der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg, kennenzulernen, die auch den 2023er ‚Sauvitage‘ ausschenkten.

Der Acherner Winzer Maximilian Bohnert brachte unter anderem den PiWi-Weißwein „Helios sur lie“ mit, der über neun Monate auf der Feinhefe gereift ist. Winzer Stefan Huschle vom VDP-Weingut Freiherr von und zu Frankenstein in Offenburg ermöglichte mit einer Fassprobe ‚Monarch‘, eine Kreuzung von ‚Solaris‘ mit ‚Dornfelder‘, diese Freiburger Rotweinsorte außerhalb des Cuveé in dem sie eingesetzt wird, kennenzulernen. Auch die Rammersweierer Winzer, die für „Zukunft ins Glas!“ erneut ihre Kelterhalle zur Verfügung stellten, hatten erstmal fünf verschiedene, ihrer „Pioniere“-Weine im Ausschank: die weißen Sorten ‚Solaris‘, ‚Muscaris‘, ‚Souvignier Gris‘ und ‚Sauvitage‘, sowie den Rotwein ‚Cabernet Cortis‘.

Überblick: was wurde 2024 verkostet?

Die Probenliste vom 7. April 2024 als als pdf öffnen.

In Bild v.l.n.r.: Die Badische Weinprinzessin Alisa Höll, Sophie Bruder (S’Wilde Weingut, Sasbachwalden), Meinrad Hurst (Vorsitzender der Winzergenossenschaft Rammersweier eG), Lena Bohnert (Weingut Maximilian Bohnert, Oberachern), die Ortenauer Weinprinzessin Stefanie Bäuerle, Alexander Spinner (Wein & Hof Glanzmann, Durbach), die Badische Weinprinzessin Katharina Bruder und „Zukunft ins Glas!“-Veranstalter Torsten Sälinger. (Foto: Kirsten Henneke-Lange)

Ortenauer „Zukunfts-Winzer 2024“ ausgezeichnet

Badische Weinhoheiten überreichten Urkunden — Publikum wählte Weinbaubetriebe aus Achern, Durbach, Offenburg und Sasbachwalden

(Offenburg, 15. Mai) Beim 3. Offenburger WeinMarkt wurden die Ortenauer „Zukunfts-Winzer 2024“ durch die Badischen Weinprinzessinnen Katharina Bruder und Alisa Höll und die Ortenauer Weinprinzessin Stefanie Bäuerle ausgezeichnet. Die Preisträger waren bei der 2. Ortenauer PiWi-Weinverkostung „Zukunft ins Glas!“ von den Besucherinnen und Besucher unter den teilnehmenden 15 Weinbaubetrieben gewählt worden. Bei der seit 2023 stattfindenden Weinverkostung „Zukunft ins Glas!“ werden nur Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, sogenannten PiWis, präsentiert, die bis zu 80 Prozent weniger Pflanzenschutz benötigen.

„Bei der Publikumswahl ging es nicht darum einzelne Weine zu prämieren, es ging um den Gesamteindruck den die Weinbaubetriebe an den Probierständen hinterlassen haben. Die Weine, die spürbare Leidenschaft, der formulierte Anspruch und auch die Persönlichkeit des Winzer selbst, der für seine Arbeit einsteht, gab hier den Ausschlag. Keine Jury, sondern die Besucherinnen und Besucher bewerteten die Weinbaubetriebe. Das macht die Auszeichnung so besonders“, resümierte der Veranstalter von „Zukunft ins Glas!“, Torsten Sälinger bei der Urkundenübergabe in der Offenburger Reithalle.

Durch Stimmengleichheit gab es zwei 1. Plätze, die nach Durbach und Achern gingen: Lena und Max Bohnert (Weingut Maximilian Bohnert, Oberachern) und der Biowinzer Alexander Spinner-Glanzmann (Wein & Hof Glanzmann, Durbach). Der 2. Platz ging an die Winzergenossenschaft Rammersweier eG und der 3. Platz an Stefan Wild (S’Wilde Weingut, Sasbachwalden). Die Weine der Siegerweingüter werden auch bei der nächsten „Zukunft ins Glas!“-Weinbergswanderung am 19. Juli in Offenburg-Rammersweier verkostet (Info: weinsprecher.de). Die 3. Ortenauer PiWi-Weinverkostung „Zukunft ins Glas!“ findet am 6. April 2025 statt.

Mit ihren Zukunfts-Weinen waren im April 2024 dabei:

Affentaler Winzer
Baden-Badener Weinhaus am Mauerberg
VDP.Weingut Freiherr von und zu Franckenstein
Wein & Hof Glanzmann
Bio-Weingut Maier
Ortenauer Weinkeller
Waldulmer Winzergenossenschaft
Weingut Maximilian Bohnert
Weinmanufaktur Offenburg-Gengenbach eG.
s’Wilde Weingut
Winzergenossenschaft Rammersweier
Astrid Liebich

Eine Initiative von Torsten Sälinger

In Kooperation mit